FUZ - Gelbes Heft beim Zahnarztbesucht
Das „gelbe Heft“: Es ist aus keinem Haushalt mit Kindern mehr wegzudenken, bei jedem Arztbesuch der eigenen Kinder wird es in die Tasche gepackt. Denken Sie ab jetzt auch daran, es zu jedem Zahnarztbesuch mitzubringen!
Was ist neu?
Ab Januar 2026 werden die insgesamt sechs zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen (Z-Untersuchungen), welche zwischen dem 6. und 72. Lebensmonat erfolgen, ebenfalls im gelben Heft eingetragen.
Die Z-Untersuchungen erfolgen in folgenden Entwicklungsstufen in bestimmten Zeitabständen:
- Z1 – 9. Monat
- Z2 – 20. Monat
- Z3 – 33. Monat
- Z4 – 48. Monat
- Z5 – 60. Monat
- Z6 – 72. Monat
Wir, als Ihre Zahnärzte in Bayreuth, übernehmen für Sie und Ihre Kinder gerne die Planung und Umsetzung der entsprechenden Z-Untersuchungen.
Wieso wurde das System umgestellt?
Bisher wurden im gelben Heft nur kinderärztliche Untersuchungen eingetragen, da die Mundgesundheit aber ebenfalls einen großen Stellenwert in der Entwicklung eines Kindes einnimmt, hat der Gemeinsame Bundesausschuss die zahnärztliche Untersuchung im gelben Heft ergänzt. Die Studienlage zeigt hierbei deutlich, dass die zahnärztliche Prävention wirkt, das Angebot allerdings bisher zu selten genutzt wurde. Wichtig hierbei ist folglich eine regelmäßige Vorstellung in unserer zahnärztlichen Praxis, welche im Übrigen auch auf Kinderzahnheilkunde spezialisiert ist!
Wie läuft das Ganze ab, wenn mein Kind schon etwas älter ist und bereits ein gelbes Heft hat?
Ihr Kind befindet sich schon in der Phase zwischen dem 6. und 72. Lebensmonat? Sie haben bereits ein gelbes Heft ohne die entsprechenden Z-Untersuchungen zuhause?
In unserer Praxis erhalten Sie bei jedem Termin im Rahmen der Z-Untersuchungen ein entsprechendes Einlegeblatt für das gelbe Heft Ihres Kindes. Somit kann der Zugang zur zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung für jedes Kind ermöglicht werden.
Wiese soll mein Kind schon ab dem sechsten Lebensmonat zum Zahnarzt?
Die erste zahnärztliche Vorstellung erfolgt ab dem sechsten Lebensmonat, zu diesem Zeitpunkt brechen durchschnittlich die ersten Milchzähne durch. Wir, als Ihre Zahnärzte in Bayreuth, untersuchen nun also die ersten Milchzähne und Mundschleimhäute Ihres Kindes, geben Verbesserungsvorschläge und erklären die zahnmedizinischen Entwicklungsschritte. Insgesamt sind normalerweise 20 Milchzähne angelegt, welche zu verschiedenen Zeitpunkten in die Mundhöhle durchbrechen:
- – 8. Monat mittlere Schneidezähne
- – 12. Monat seitliche Schneidezähne
- – 16. Monat 1. große Backenzähne
- – 20. Monat Eckzähne
- – 30. Monat 2. große Backenzähne
Die Milchzähne ermöglichen nicht nur das Kauen fester Nahrung, sie sind auch relevant für die Entwicklung von knöchernen und muskulären Strukturen und dienen außerdem als Platzhalter für das bleibende Gebiss. Das Milchzahngebiss ist damit keinesfalls ein Gebiss zweiter Klasse, welches weniger Pflege benötigt als die bleibenden Zähne!
Was können Sie zuhause für die Mundgesundheit Ihres Kindes tun?
Auch bei regelmäßiger Vorstellung in unserer Praxis zur zahnärztlichen Untersuchung ist die häusliche Mundhygiene und Umsetzung der gegebenen Ernährungshinweise die größte Stellschraube an der Gesundheit Ihres Kindes. Hierbei steht die tägliche Reinigung der Zähne Ihres Kindes mit einer passenden Zahnbürste und Zahnpasta an erster Stelle. Das regelmäßige Zähneputzen sollte ab dem ersten Milchzahn eingeführt werden, um das Kind an den Ablauf zu gewöhnen und die Zähne gesund zu halten. Etwa ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr ist ihr Kind manuell in der Lage die Zähne selbst zu putzen, es ist allerdings noch nicht fähig alle Flächen adäquat zu reinigen – dies gilt übrigens bis zum Ende der zweiten Schulklasse! Verwenden Sie daher für ihr Kind insgesamt zwei Zahnbürsten, eine, mit welcher das Kind selbstständig putzt, und eine weitere, mit welcher Sie täglich die Zähne nachputzen. Sie als Eltern können den Druck auf die Zähne Ihres Kindes deutlich schlechter einschätzen als den Anpressdruck auf Ihre eigenen Zähne, nutzen Sie daher eine weiche Zahnbürste speziell für Kinder zum Nachreinigen der Zähne.
Was ist nun die richtige Zahnpasta?
Die Bundeszahnärztekammer hat hierbei nach Rücksprache mit den Kinderärzten Empfehlungen zur Kariesprophylaxe durch fluoridhaltige Zahnpasta ausgesprochen. Beachten Sie hierbei, dass diese Empfehlungen nur gelten, sofern keine Fluoridtabletten eingenommen werden. Teilweise werden bis zum zwölften Lebensmonat noch entsprechende Fluoridtabletten durch Kinderärzte verschrieben, stellen Sie die Fluoridaufnahme aber spätestens ab dem 13. Lebensmonat nicht mehr durch Tabletten, sondern durch fluoridhaltige Zahnpasta sicher.
- erster Milchzahn bis zwei Jahre: reiskorngroße Menge fluoridhaltige Kinderzahnpasta (1000ppm)
- zwei Jahre bis Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (sechs Jahre): erbsengroße Menge fluoridhaltige Kinderzahnpasta (1000ppm)
- ab dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (sechs Jahre): Zahnbürste komplett mit fluoridhaltiger Junior-/Erwachsenenzahnpasta (1450ppm)
Was können Sie zusätzlich zum Zähneputzen noch tun?
Achten Sie darauf, den Gebrauch von Nuckelflaschen möglichst früh zu unterbinden. Eine Nuckelflasche sollte ausschließlich zum Trinken oder zur Nahrungsaufnahme verwendet werden. Auch am Schnuller sollte aus zahnärztlicher Sicht nicht dauerhaft genuckelt werden. Kiefer, Zunge und Zähne passen sich schon früh an die äußeren Gegebenheiten an, wenn also häufig an Daumen, Schnuller oder Flasche genuckelt wird, kommt es zu einem veränderten Kieferwachstum, einer veränderten Zungenposition-/fehlfunktion und Zahnfehlstellungen. Besonders problematisch ist dabei das Daumenlutschen, stellen Sie diese Gewohnheit möglichst flott auf einen zahnfreundlichen Schnuller um, um anschließend ein Abgewöhnen erreichen zu können. Die Nutzung eines Schnullers sollte anschließend ab dem zweiten Geburtstag beendet sein.
Was kann ich aus ernährungstechnischer Sicht tun?
Eine Karies und in Folge ein Loch im Zahn entsteht meistens aus dem Zusammenkommen verschiedener Faktoren. Relevant ist hierbei nicht nur die Mund- und Zahnhygiene, sondern auch die richtige Ernährung. Neben einer abwechslungsreichen, ausgewogenen, vitaminreichen Ernährung, sollten Sie Ihrem Kind ausschließlich stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees anbieten. Sowohl auf Süßigkeiten als auch auf gesüßte Getränke, wie verdünnte Schorlen etc., sollten Sie bei der Ernährung Ihres Kindes verzichten. Grund hierfür ist nicht nur der enthaltene Zucker, sondern auch die enthaltenen Säuren, welche den Zahn umspülen, den Zahnschmelz schwächen und somit Karies und säurebedingte Strukturänderungen bedingen. Greift Ihr Kind doch einmal zu Süßigkeiten oder gesüßten Getränken, lassen Sie es im Anschluss stilles Wasser trinken, den Mund ausspülen und putzen Sie die Zähne etwa 30 Minuten nach dem Konsum.
Wir freuen uns auf den Besuch Ihres Kindes in unserer Praxis in Bayreuth und stehen Ihnen gerne jederzeit bei weiteren Fragen beratend und unterstützend zur Seite!
Häufige Fragen zur Kinderzahnheilkunde
Wie viele Milchzähne hat ein Kind?
Ein Kind hat insgesamt 20 Milchzähne, die zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat durchbrechen. Die ersten sind die mittleren Schneidezähne, die letzten die zweiten großen Backenzähne.
Ab wann zum Kinderzahnarzt?
Ab dem ersten Milchzahn, spätestens jedoch ab dem 6. Lebensmonat. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen sechs Früherkennungsuntersuchungen (Z1–Z6) zwischen dem 6. und 72. Lebensmonat.
Was ist die Z-Untersuchung beim Zahnarzt?
Die Z-Untersuchungen sind kostenlose Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, die seit Januar 2026 auch im gelben Heft dokumentiert werden. Es gibt sechs Termine (Z1–Z6), verteilt vom 6. bis zum 72. Lebensmonat.
Karies beim Kleinkind – was tun?
Karies bei Kleinkindern entsteht häufig durch gesüßte Getränke, mangelnde Mundhygiene oder häufiges Nuckeln an der Flasche. Frühzeitig zum Kinderzahnarzt – Milchzähne sind behandlungsbedürftig und keine Zähne zweiter Klasse.
Macht ein Schnuller die Zähne schief?
Dauerhaftes Nuckeln an Schnuller, Daumen oder Flasche kann Kieferwachstum und Zahnstellung beeinflussen. Ab dem 2. Geburtstag sollte der Schnuller weg sein. Daumenlutschen ist dabei problematischer als der Schnuller, da er sich schwerer abgewöhnen lässt.
Mein Kind will nicht Zähne putzen – was hilft?
Am besten früh zur Gewohnheit machen – ab dem ersten Milchzahn. Zwei Zahnbürsten empfehlen sich: eine zum selbst putzen, eine zum Nachputzen durch die Eltern. Das Nachputzen durch Eltern ist bis Ende der zweiten Klasse nötig.
Welche Zahnpasta ist für Kinder richtig?
Bis 2 Jahre: reiskorngroße Menge (1.000 ppm Fluorid). Von 2 Jahren bis zum ersten bleibenden Zahn: erbsengroße Menge (1.000 ppm). Ab 6 Jahren: normale Erwachsenenzahnpasta (1.450 ppm).
Empfindliche Zähne
Empfindliche Zähne
Nach einem langen Spaziergang im Schnee freut man sich auf einen heißen Tee zuhause. Doch es gibt etwas, was einen an diesem Genuss hindert – die empfindlichen Zähne.
Empfindliche Zähne reagieren schneller und stärker auf Temperaturschwankungen und süße bzw. saure Lebensmittel als es normalerweise der Fall sein sollte. Dies liegt an der sogenannten Hypersensibilität des Dentins, also der verstärkten Empfindlichkeit des Zahnbeins.
Die Zahnkrone ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut: außen findet sich der Zahnschmelz, darunter befindet sich das Zahnbein und in der Tiefe den Zahnnerv.
Die Zahnwurzel ist von außen nach innen aus dem Wurzelzement, dem Zahnbein und dem Nerv aufgebaut.
Problematisch hierbei ist, dass keine Regeneration des Zahnschmelzes möglich ist und sich auf der Wurzel kein Zahnschmelz sondern lediglich der dünne Wurzelzement befindet. Der Zahnnerv kann sich in geringem Umfang selbst vor äußeren Reizen schützen, indem sogenanntes Tertiärdentin gebildet wird, eine Variante des Zahnbeins.
Wieso sind meine Zähne empfindlich?
Für die Empfindlichkeit der eigenen Zähne gibt es viele verschiedene Ursachen. Meist liegen freiliegende Zahnhälse bzw. keilförmige Defekte der Zahnhälse vor, hierbei ist der Zahnschmelz am Übergang von Zahn zu Zahnfleisch abgetragen und das Zahnbein liegt frei. Eine weitere Möglichkeit besteht in einer bestehenden Karies, wodurch der Zahnschmelz und das Zahnbein erweicht werden, Bakterien in die Tiefe wandern und Reize früher den Nerv erreichen. Auch eine vorausgegangene Bleaching-Behandlung, die Verwendung von Zahnpasten mit Whitening-Effekt oder die exzessive Nutzung harter Zahnbürsten direkt nach der Nahrungsaufnahme können zu einer Überempfindlichkeit führen. Empfindlichkeiten werden zudem durch ein länger bestehendes regelmäßiges Knirschen ausgelöst.
Was kann ich dagegen tun?
Ein Besuch in unserer Praxis in Bayreuth bringt Klarheit bezüglich der Ursache der Empfindlichkeit Ihrer Zähne. Sie können aber auch jetzt schon in die Selbstbeobachtung gehen und sich Linderung der Beschwerden verschaffen.
- Freiliegende Zahnhälse/Zahnfleischrückgang: Die oben beschriebenen freiliegenden Zahnhälse entstehen einerseits durch eine falsche Putztechnik und andererseits durch einen Rückgang von Zahnfleisch und Kieferknochen. Achten Sie darauf, die Zähne nicht horizontal zu schrubben, sondern entweder vibrierende Bewegungen am Zahnfleisch durchzuführen und die Zahnbürste anschließend von Rot-nach-Weiß auszustreichen (vgl. modifizierte Basstechnik), oder kleine kreisende Bewegungen durchzuführen. Sind bei Ihnen bereits keilförmige Defekte entstanden, landet man beim Putzen schnell wieder in den entsprechenden Strukturen. Hierbei kann bei Bedarf durch eine Füllung der entsprechenden Defekte Abhilfe geschaffen werden. Das Zahnfleisch selbst geht einerseits durch eine ungeeignete Putztechnik und andererseits durch Erkrankungen des Zahnhalteapparats, wie eine Parodontitis, zurück.
- Zahnpasta: Zusätzlich sollten Sie auf die Wahl einer geeigneten Zahnpasta achten. Hierbei werden von Medien und Werbung immer wieder aufhellende Zahnpasten propagiert. Gekennzeichnet sind diese häufig durch Aufschriften wie „Whitening-Effekt“. Sie versprechen kurzfristig hellere Zähne, führen aber bei Gebrauch durch den hohen Anteil grober Schleifkörper zu einem Ausdünnen der Schmelzschicht, einem stärkeren Durchscheinen des gelben Zahnbeins und einer stärkeren Empfindlichkeit. Greifen Sie daher lieber auf fluoridhaltige Zahnpasten ohne „Whitening-Effekt“ zurück und warten Sie nach der Nahrungsaufnahme oder dem Trinken gesüßter Getränke etwa 30 Minuten bevor Sie die Zähne reinigen. Neben der regelmäßigen Verwendung einer weichen Zahnbürste und geeigneter Zahnpasta, sollte auf eine tägliche Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürstchen geachtet werden, um einen Zahnfleischrückgang oder eine Karies zu verhindern.
- Karies: Sofern Sie selbst schon ein Loch am Zahn bemerken oder ein Zahn teilweise deutlich dunkler erscheint als die Nachbarzähne, dürfen Sie gerne in unserer Praxis zeitnah einen Termin vereinbaren. Die Karies kann hierbei nicht nur zu einer Entzündung des Zahnnerven oder ein Brechen des Zahnes führen, sondern auch zu Überempfindlichkeiten. Sie sollte daher möglichst frühzeitig behandelt werden, um ein weiteres Fortschreiten und damit einen größeren Behandlungsaufwand zu vermeiden.
- Säurebedingte Veränderungen: Sogenannte Erosionen entstehen durch das Einwirken von Säuren auf den Zahn. Dies tritt allerdings nicht nur beim Konsum saurer Lebensmittel wie Zitronen auf, sondern beispielsweise auch beim Konsum gesüßter Getränke und Schorlen. Insbesondere in Softdrinks – auch in der Light/Zero-Variante – sind Säuren wie Phosphorsäure beigesetzt, welche den Zahn bei jedem Kontakt angreifen und die Schmelzschicht anlösen. Hierdurch kann es einerseits zu Strukturänderungen, aber auch zu kariösen Läsionen kommen.
- Knirschen und Pressen: Sowohl nachts als auch in stressigen Situationen am Tag kommt es zu einem Knirschen oder starken Pressen der Zähne, teilweise verbunden mit Kiefergelenksbeschwerden. In einigen Fällen wird dies auch selbst nicht bemerkt, sondern nur durch den entsprechenden Bettnachbarn beschrieben. Durch den hohen Druck und die reibende Bewegung der Zähne gegeneinander kommt es folglich zu einem langsamen Verlust der Schmelzschicht, sobald das weichere Zahnbein erreicht ist, schreitet dieser Prozess rasch fort. Hierbei kann eine Schienentherapie und ggf. eine physiotherapeutische oder psychosomatische Begleitung helfen, wir beraten Sie diesbezüglich gerne in unserer Praxis in Bayreuth und leiten flott die Entlastung des Kiefergelenks durch eine Schiene ein.
Empfindliche Zähne können den Alltag massiv beeinflussen, lassen Sie uns gemeinsam bei Ihrem Besuch in unserer Praxis in Bayreuth der Ursache auf den Grund gehen und Schritt-für-Schritt Abhilfe schaffen. Wir freuen uns, Sie bei uns begrüßen zu dürfen!


