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Alte Füllungen: Wann eine Amalgamsanierung sinnvoll ist

Amalgam, ein silberfarbenes Füllungsmaterial, das heutzutage gar nicht mehr verwendet wird. Seit Januar 2025 sind Amalgamfüllungen laut EU-Verordnung verboten, in der zahnärztlichen Praxis wurden sie auch schon Jahre vorher meist nicht mehr eingesetzt. Viele unserer Patienten haben aber weiterhin Amalgamfüllungen aus früheren Jahren, müssen diese jetzt alle sofort entfernt werden? Die klare Antwort hierzu lautet „Nein!“.

Was war Amalgam nochmal?
Amalgam war bis vor einigen Jahren das Standardmaterial der Kassenfüllungen beim Zahnarzt. Es hat eine silberne Farbe, wodurch es sich stark vom eigenen Zahn unterscheidet und wurde insbesondere in den kautragenden Bereichen der Seitenzähne angewandt. Es enthält Quecksilber, weshalb nun auch das Verbot der Verwendung von Dentalamalgamen ausgesprochen wurde. Hierdurch wird dem internationalen Übereinkommen zur Reduktion von Quecksilberemissionen Sorge getragen. Amalgame, welche bereits Jahre im Mund sind, scheiden normalerweise keine Quecksilberdämpfe mehr ab. Daher gibt es keine Empfehlung zur präventiven, also vorsorglichen Empfehlung zur Entfernung von Amalgamfüllungen.

Wann sollte Amalgam entfernt werden?
Amalgam sollte, ähnlich wie alternative Füllungsmaterialien, entfernt werden, wenn sie undicht sind und eine Karies unter der Füllung entstanden ist. Zudem ist eine Entfernung der Amalgamfüllung nötig, wenn eine Wurzelkanalbehandlung am entsprechenden Zahn vorgenommen werden muss, er eine Krone oder Brücke tragen muss oder als Pfeiler unter einer Prothese vorgesehen ist. Die Zähne werden anschließend mit keramischen Füllungen stabilisiert, um bspw. eine Krone aufnehmen zu können.

Wann sollte Amalgam nicht entfernt werden?
Eine Amalgamentfernung während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit muss zwingend vermieden werden, um neurotoxische, also schädigende Effekte auf das Ungeborene bzw. Neugeborene zu vermeiden.
Von einer vorsorglichen Entfernung wird ebenfalls prinzipiell abgeraten. Einerseits zeigen Amalgame in der Tiefe des Zahnes häufig einen dichten Verbund, andererseits kann die Entfernung großflächiger Füllungen zur Destabilisierung des Zahnes führen. Eine Freisetzung von Quecksilber aus alten Füllungen findet nicht oder nur in so geringen Mengen statt, dass Sie eine höhere Schwermetallbelastung durch den Konsum von Fisch und Ähnlichem hätten als durch Ihre Amalgamfüllungen.

Was muss bei der Entfernung von Amalgam beachtet werden?
Bei einer medizinischen Indikation zur Entfernung der alten Amalgamfüllung, sollte auf bestimmte Sicherheitskonzepte geachtet werden. Die Freisetzung von Quecksilberdämpfen ist nämlich lediglich beim Legen und Entfernen der Füllung möglich. Einerseits verwenden wir in unserer Praxis spezielle Absauganlagen, wodurch Ihr Weichgewebe nicht in Kontakt mit den Amalgamspänen kommt. Bei mehreren zu entfernenden Amalgamfüllungen wird ein sogenannter Kofferdam, ein Gummituch, welches über Ihren Mund und Ihre Zähne gespammt wird, verwendet. Hierdurch wird ebenfalls der Kontakt zum Gewebe vermieden. Andererseits achten wir darauf, dass sich keine Hitze entwickelt, hierdurch wird dem Verdampfen von Quecksilber entgegengewirkt.

Was wird statt Amalgam verwendet?
Wir verwenden in unserer Praxis in Bayreuth als Füllungsmaterial hochwertige Komposite. Diese bestehen aus einer Kunststoffbasis, welche einen hohen keramischen Anteil aufweisen. Dadurch erlangt man einerseits einen stabilen Verbund bei einer geringe Schrumpfung des Materials und andererseits ein hochästhetisches Ergebnis. Bei größeren Defekten können zahntechnische Arbeiten zum Einsatz kommen. Dabei wird der Zahn beschliffen, die Karies entfernt und anschließend ein Abdruck oder ein Scan der aktuellen Situation genommen. Anschließend werden die Informationen durch einen Zahntechniker verarbeitet und in eine hochwertige Arbeit aus dem Dentallabor umgesetzt. Die hergestellten Inlays, Teilkronen und Kronen sind nun perfekt an die Situation in Ihrem Mund angepasst und können eingeklebt oder zementiert werden. Hierbei stehen ebenfalls verschiedene Materialien, wie Keramik, Gold oder ein Nichtedelmetall zur Verfügung. Um ein ästhetisches, zahnfarbenes Ergebnis zu erzielen, empfehlen wir Ihnen hierbei meist eine keramische Versorgung.

Benötige ich eine Amalgam-Ausleitung?
Insbesondere von Heilpraktikern, Alternativmedizinern oder Vertretern der ganzheitlichen Zahnheilkunde wird häufig die Entfernung aller Amalgamfüllungen und eine entsprechende Amalgamausleitung empfohlen. Dabei reicht die Bandbreite der Ausleitung vom Konsum großer Mengen an Wasser oder Milch über die Einnahme der Chlorella-Alge bis zur Einnahme homöopathischer oder spezieller Präparate zur Ausleitung. Aus schulmedizinischer Sicht gibt es keine aussagekräftigen wissenschaftlichen Studien, welche einen Zusammenhang zwischen intakten Amalgamfüllungen und chronischen Beschwerden zeigen. Sofern Ihre Amalgamfüllungen also intakt sind, raten wir Ihnen von einer Entfernung der entsprechenden Füllungen ab. Sobald eine Amalgamfüllung entfernt werden muss, findet dies in unserer Praxis unter oben beschriebenen Sicherheitskonzepten statt. Eine zusätzliche Amalgam-Ausleitung, welche durch Alternativmediziner beschrieben wird und die aktive Entgiftung unterstützen soll, ist aus schulmedizinischer Sicht nicht notwendig und wissenschaftlich nicht fundiert. Selbstverständlich können Sie entsprechende Verfahren selbstständig durchführen, halten Sie diesbezüglich aber bitte Rücksprache mit uns oder Ihrem Hausarzt, denn auch Präparate aus der Naturheilkunde können in Wechselwirkung mit Ihren eigenen Medikamenten oder Erkrankungen treten.

Wir, als Ihre Zahnärzte in Bayreuth, beraten Sie gerne bezüglich einer notwendigen Neuversorgung einzelner oder mehrerer Zähne. Durch eine regelmäßige Vorstellung in unserer Praxis im Rahmen des halb-/jährlichen Recalls, können wir undichte Amalgamfüllungen und Ähnliches frühzeitig erkennen, um Ihnen Beschwerden und Schmerzen zu ersparen.


Weisheitszähne entfernen – muss das wirklich sein?

Auch wenn ich Sie nun enttäuschen muss, wer mehr Weisheitszähne im Kiefer angelegt hat, verfügt nicht automatisch über mehr Weisheit. Die Begrifflichkeit leitet sich entwicklungsgeschichtlich aus früheren Epochen ab. Damals galt man, aufgrund der geringeren Lebenserwartung, bereits als 25 – 30 jähriger Mensch als alt und weise und verband daher den Durchbruch der letzten Zähne im Kiefer mit diesem Alter.

Was sind Weisheitszähne?
Bei Weisheitszähnen, im Fachjargon auch als Achter bezeichnet, handelt es sich um Zähne, welche noch hinter den „normalen“ hinteren Backenzähnen angelegt sind. Hierbei gibt es eine große Varianz bezüglich der Anzahl der angelegten Zähne. Teilweise sind die Weisheitszähne gar nicht angelegt, teilweise besteht eine Anlage von ein bis vier Zähnen und in besonderen Fällen gibt es eine noch größere Anzahl an zusätzlichen Zähnen.

Wieso gibt es eine Empfehlung zur Entfernung der Weisheitszähne?
Weisheitszähne sind per se sinnvoll, denn Sie ermöglichen – wie alle anderen Zähne – das Kauen von Nahrung. Durch die evolutionäre Entwicklung allerdings, wird der menschliche Kiefer immer kleiner, weshalb die Weisheitszähne bei den meisten Menschen keinen Platz mehr im Mund finden. Die Achter versuchen trotzdem ihren Weg in die Mundhöhle zu finden, lösen dabei Knochen auf, richten ihre Kraft gegen Nachbarzähne und können beim kläglichen Durchbruchsversuch Entzündungen verursachen. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, besteht die Empfehlung der prophylaktischen Weisheitszahnentfernung in medizinisch indizierten Fällen.

Wann sollte ich meine Weisheitszähne entfernen lassen?
Es gibt im Groben zwei verschiedene Zeitpunkte, zu welchen eine Weisheitszahnentfernung sinnvoll ist. Wichtig ist bei beiden Zeitpunkten allerdings, dass Sie im Anschluss etwa eine Woche zum Auskurieren haben. Geeignet sind daher insbesondere Schul- oder Semesterferien. Beim ersten Zeitpunkt handelt es sich um die prophylaktische Weisheitszahnentfernung, die vor dem 25. Lebensjahr durchgeführt werden kann. Durch die frühzeitige Entfernung, häufig bereits im Rahmen der kieferorthopädischen Behandlung, wird dem wissenschaftlichen Konsens gefolgt, wonach ein regelrechtes Durchbrechen der Weisheitszähne bei der heutigen Gebissentwicklung unwahrscheinlich erscheint. Hierdurch können Symptome wie Schwellung, Schmerzen, Eiterbildung und allgemeine Entzündungen im Bereich der Weisheitszähne verhindert werden. Sofern die Weisheitszähne nicht vor dem 25. Lebensjahr entfernt wurden, sollten sie hauptsächlich bei Beschwerden oder Auffälligkeiten im Röntgenbild entfernt werden. Insbesondere bei Kontakt zwischen dem im Knochen gelegenen Zahn und der Mundhöhle, kann es zum Weiterleiten von Bakterien Richtung Zahn kommen, wodurch sich der Zahn infiziert. Die Folge ist eine Entzündung des Zahnes, des umliegenden Kieferknochens und der Schleimhaut. Dies kann in der Entwicklung eines Abszesses, also einer Schwellung mit Eiterbildung, gipfeln. Auch im Röntgenbild gibt es Zeichen eines erschwerten Durchbruchs, wie eine Zystenbildung inkl. Auflösung des umliegenden Knochens.

Können die Weisheitszähne zu früh entfernt werden?
Häufig findet die Entfernung der Weisheitszähne vor oder im Rahmen der kieferorthopädischen Behandlung statt, um den Behandlungserfolg gewährleisten zu können. Aus chirurgischer Sicht ist es allerdings deutlich schwieriger Weisheitszähne schon in jungen Jahren, wie etwa dem zwölften Lebensjahr zu entfernen, da zu diesem Zeitpunkt normalerweise kein Wurzelwachstum der Weisheitszähne stattgefunden hat, wodurch sie sich beim Versuch der Entfernung wie kleine Murmeln verhalten. Dadurch kann man die Zähne deutlich schlechter greifen und es besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich die Zähne in das umliegende Gewebe bewegen. Wir empfehlen daher eine Entfernung nach beginnendem und vor dem abgeschlossenen Wurzelwachstum, das entsprechende Alter ist hierbei individuell, beträgt allerdings häufig etwa 14 Jahre, genau kann dies jedoch nur anhand des Röntgenbildes beurteilt werden.

Welche Methoden machen die Weisheitszahnentfernung sicherer?
Einerseits ist der oben beschriebene Zeitpunkt relevant, andererseits kann man vor der Entfernung eine 3D-Bildgebung durchführen. „Normale“ Röntgenbilder zeigen lediglich eine zweidimensionale Aufnahme, wodurch Überlagerungen entstehen und die exakte Position der Zähne im dreidimensionalen Raum nicht sicher bestimmt werden kann. Hier verlässt man sich bei der chirurgischen Entfernung auf Erfahrungswerte und das klinische Bild. Möchte man jedoch sichergehen oder sieht im zweidimensionalen Bild bereits die Nähe des Zahnes zum Nerv, kann bzw. sollte eine dreidimensionale Bildgebung erfolgen. Hierbei haben wir in unserer Praxis ein sogenanntes DVT, welches eine dreidimensionale digitale Volumentomographie anfertigt. Hierdurch kann die Exakte Zahnposition bestimmt und bei der Entfernung berücksichtigt werden. Die Strahlenbelastung ist dabei deutlich niedriger als bei einem CT, da nur ein kleiner Bereich des Körpers bestrahlt wird. Letztendlich ist das Ergebnis und der reibungslose Ablauf abhängig vom Operateur. Durch den großen Erfahrungsschatz, auf welchen der erfahrene und ausgebildete Oralchirurg Dr. Pham zurückgreifen kann, können Sie sich stets gut betreut und versorgt fühlen.

Wie werden Weisheitszähne entfernt?
Nach der röntgenologischen Bildgebung, ggf. inklusive 3D-Bildgebung, und entsprechender chirurgischer Aufklärung, erfolgt die Entfernung der Weisheitszähne normalerweise in Lokalanästhesie. Bei starker Angst ist auch eine Entfernung in Vollnarkose zum Selbstkostenbeitrag möglich. Prinzipiell empfehlen wir Ihnen im Rahmen der prophylaktischen Weisheitszahnentfernung die Entfernung aller Weisheitszähne in einem Termin. Anschließend erhalten Sie von uns einen Termin zur Kontrolle und zur Fadenentfernung, ein Schmerzmittel und ggf. ein Antibiotikum.

Wieso sind wir die richtige Praxis für Sie?
An erster Stelle steht für uns grundsätzlich der Zahnerhalt, erachten wir also eine Entfernung der Zähne als nicht sinnvoll und medizinisch fragwürdig, werden wir dies offen mit Ihnen Besprechen. Zudem liegt uns eine verständliche und ausführliche Aufklärung am Herzen, Sie können jederzeit Nachfragen stellen und dürfen sich ausreichend Bedenkzeit nehmen. Durch die Expertise des Oralchirurgen Dr. Pham und die Ausstattung unserer Praxis mit der Möglichkeit der dreidimensionalen Bildgebung, gibt es für jeden Patienten eine sichere Lösung der Zahnentfernung. Lassen Sie sich gerne bei uns in Bayreuth beraten!

 


Kinder Zahnarzt Bayreuth

FUZ - Gelbes Heft beim Zahnarztbesucht

Das „gelbe Heft“: Es ist aus keinem Haushalt mit Kindern mehr wegzudenken, bei jedem Arztbesuch der eigenen Kinder wird es in die Tasche gepackt. Denken Sie ab jetzt auch daran, es zu jedem Zahnarztbesuch mitzubringen!

Was ist neu?
Ab Januar 2026 werden die insgesamt sechs zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen (Z-Untersuchungen), welche zwischen dem 6. und 72. Lebensmonat erfolgen, ebenfalls im gelben Heft eingetragen.
Die Z-Untersuchungen erfolgen in folgenden Entwicklungsstufen in bestimmten Zeitabständen:

  • Z1 – 9. Monat
  • Z2 – 20. Monat
  • Z3 – 33. Monat
  • Z4 – 48. Monat
  • Z5 – 60. Monat
  • Z6 – 72. Monat

Wir, als Ihre Zahnärzte in Bayreuth, übernehmen für Sie und Ihre Kinder gerne die Planung und Umsetzung der entsprechenden Z-Untersuchungen.

Wieso wurde das System umgestellt?
Bisher wurden im gelben Heft nur kinderärztliche Untersuchungen eingetragen, da die Mundgesundheit aber ebenfalls einen großen Stellenwert in der Entwicklung eines Kindes einnimmt, hat der Gemeinsame Bundesausschuss die zahnärztliche Untersuchung im gelben Heft ergänzt. Die Studienlage zeigt hierbei deutlich, dass die zahnärztliche Prävention wirkt, das Angebot allerdings bisher zu selten genutzt wurde. Wichtig hierbei ist folglich eine regelmäßige Vorstellung in unserer zahnärztlichen Praxis, welche im Übrigen auch auf Kinderzahnheilkunde spezialisiert ist!

Wie läuft das Ganze ab, wenn mein Kind schon etwas älter ist und bereits ein gelbes Heft hat?
Ihr Kind befindet sich schon in der Phase zwischen dem 6. und 72. Lebensmonat? Sie haben bereits ein gelbes Heft ohne die entsprechenden Z-Untersuchungen zuhause?
In unserer Praxis erhalten Sie bei jedem Termin im Rahmen der Z-Untersuchungen ein entsprechendes Einlegeblatt für das gelbe Heft Ihres Kindes. Somit kann der Zugang zur zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung für jedes Kind ermöglicht werden.

Wiese soll mein Kind schon ab dem sechsten Lebensmonat zum Zahnarzt?
Die erste zahnärztliche Vorstellung erfolgt ab dem sechsten Lebensmonat, zu diesem Zeitpunkt brechen durchschnittlich die ersten Milchzähne durch. Wir, als Ihre Zahnärzte in Bayreuth, untersuchen nun also die ersten Milchzähne und Mundschleimhäute Ihres Kindes, geben Verbesserungsvorschläge und erklären die zahnmedizinischen Entwicklungsschritte. Insgesamt sind normalerweise 20 Milchzähne angelegt, welche zu verschiedenen Zeitpunkten in die Mundhöhle durchbrechen:

  • – 8. Monat mittlere Schneidezähne
  • – 12. Monat seitliche Schneidezähne
  • – 16. Monat 1. große Backenzähne
  • – 20. Monat Eckzähne
  • – 30. Monat 2. große Backenzähne

Die Milchzähne ermöglichen nicht nur das Kauen fester Nahrung, sie sind auch relevant für die Entwicklung von knöchernen und muskulären Strukturen und dienen außerdem als Platzhalter für das bleibende Gebiss. Das Milchzahngebiss ist damit keinesfalls ein Gebiss zweiter Klasse, welches weniger Pflege benötigt als die bleibenden Zähne!

Was können Sie zuhause für die Mundgesundheit Ihres Kindes tun?
Auch bei regelmäßiger Vorstellung in unserer Praxis zur zahnärztlichen Untersuchung ist die häusliche Mundhygiene und Umsetzung der gegebenen Ernährungshinweise die größte Stellschraube an der Gesundheit Ihres Kindes. Hierbei steht die tägliche Reinigung der Zähne Ihres Kindes mit einer passenden Zahnbürste und Zahnpasta an erster Stelle. Das regelmäßige Zähneputzen sollte ab dem ersten Milchzahn eingeführt werden, um das Kind an den Ablauf zu gewöhnen und die Zähne gesund zu halten. Etwa ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr ist ihr Kind manuell in der Lage die Zähne selbst zu putzen, es ist allerdings noch nicht fähig alle Flächen adäquat zu reinigen – dies gilt übrigens bis zum Ende der zweiten Schulklasse! Verwenden Sie daher für ihr Kind insgesamt zwei Zahnbürsten, eine, mit welcher das Kind selbstständig putzt, und eine weitere, mit welcher Sie täglich die Zähne nachputzen. Sie als Eltern können den Druck auf die Zähne Ihres Kindes deutlich schlechter einschätzen als den Anpressdruck auf Ihre eigenen Zähne, nutzen Sie daher eine weiche Zahnbürste speziell für Kinder zum Nachreinigen der Zähne.

Was ist nun die richtige Zahnpasta?
Die Bundeszahnärztekammer hat hierbei nach Rücksprache mit den Kinderärzten Empfehlungen zur Kariesprophylaxe durch fluoridhaltige Zahnpasta ausgesprochen. Beachten Sie hierbei, dass diese Empfehlungen nur gelten, sofern keine Fluoridtabletten eingenommen werden. Teilweise werden bis zum zwölften Lebensmonat noch entsprechende Fluoridtabletten durch Kinderärzte verschrieben, stellen Sie die Fluoridaufnahme aber spätestens ab dem 13. Lebensmonat nicht mehr durch Tabletten, sondern durch fluoridhaltige Zahnpasta sicher.

  • erster Milchzahn bis zwei Jahre: reiskorngroße Menge fluoridhaltige Kinderzahnpasta (1000ppm)
  • zwei Jahre bis Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (sechs Jahre): erbsengroße Menge fluoridhaltige Kinderzahnpasta (1000ppm)
  • ab dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (sechs Jahre): Zahnbürste komplett mit fluoridhaltiger Junior-/Erwachsenenzahnpasta (1450ppm)

Was können Sie zusätzlich zum Zähneputzen noch tun?
Achten Sie darauf, den Gebrauch von Nuckelflaschen möglichst früh zu unterbinden. Eine Nuckelflasche sollte ausschließlich zum Trinken oder zur Nahrungsaufnahme verwendet werden. Auch am Schnuller sollte aus zahnärztlicher Sicht nicht dauerhaft genuckelt werden. Kiefer, Zunge und Zähne passen sich schon früh an die äußeren Gegebenheiten an, wenn also häufig an Daumen, Schnuller oder Flasche genuckelt wird, kommt es zu einem veränderten Kieferwachstum, einer veränderten Zungenposition-/fehlfunktion und Zahnfehlstellungen. Besonders problematisch ist dabei das Daumenlutschen, stellen Sie diese Gewohnheit möglichst flott auf einen zahnfreundlichen Schnuller um, um anschließend ein Abgewöhnen erreichen zu können. Die Nutzung eines Schnullers sollte anschließend ab dem zweiten Geburtstag beendet sein.

Was kann ich aus ernährungstechnischer Sicht tun?
Eine Karies und in Folge ein Loch im Zahn entsteht meistens aus dem Zusammenkommen verschiedener Faktoren. Relevant ist hierbei nicht nur die Mund- und Zahnhygiene, sondern auch die richtige Ernährung. Neben einer abwechslungsreichen, ausgewogenen, vitaminreichen Ernährung, sollten Sie Ihrem Kind ausschließlich stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees anbieten. Sowohl auf Süßigkeiten als auch auf gesüßte Getränke, wie verdünnte Schorlen etc., sollten Sie bei der Ernährung Ihres Kindes verzichten. Grund hierfür ist nicht nur der enthaltene Zucker, sondern auch die enthaltenen Säuren, welche den Zahn umspülen, den Zahnschmelz schwächen und somit Karies und säurebedingte Strukturänderungen bedingen. Greift Ihr Kind doch einmal zu Süßigkeiten oder gesüßten Getränken, lassen Sie es im Anschluss stilles Wasser trinken, den Mund ausspülen und putzen Sie die Zähne etwa 30 Minuten nach dem Konsum.

Wir freuen uns auf den Besuch Ihres Kindes in unserer Praxis in Bayreuth und stehen Ihnen gerne jederzeit bei weiteren Fragen beratend und unterstützend zur Seite!

Häufige Fragen zur Kinderzahnheilkunde

Wie viele Milchzähne hat ein Kind?

Ein Kind hat insgesamt 20 Milchzähne, die zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat durchbrechen. Die ersten sind die mittleren Schneidezähne, die letzten die zweiten großen Backenzähne.

Ab wann zum Kinderzahnarzt?

Ab dem ersten Milchzahn, spätestens jedoch ab dem 6. Lebensmonat. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen sechs Früherkennungsuntersuchungen (Z1–Z6) zwischen dem 6. und 72. Lebensmonat.

Was ist die Z-Untersuchung beim Zahnarzt?

Die Z-Untersuchungen sind kostenlose Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, die seit Januar 2026 auch im gelben Heft dokumentiert werden. Es gibt sechs Termine (Z1–Z6), verteilt vom 6. bis zum 72. Lebensmonat.

Karies beim Kleinkind – was tun?

Karies bei Kleinkindern entsteht häufig durch gesüßte Getränke, mangelnde Mundhygiene oder häufiges Nuckeln an der Flasche. Frühzeitig zum Kinderzahnarzt – Milchzähne sind behandlungsbedürftig und keine Zähne zweiter Klasse.

Macht ein Schnuller die Zähne schief?

Dauerhaftes Nuckeln an Schnuller, Daumen oder Flasche kann Kieferwachstum und Zahnstellung beeinflussen. Ab dem 2. Geburtstag sollte der Schnuller weg sein. Daumenlutschen ist dabei problematischer als der Schnuller, da er sich schwerer abgewöhnen lässt.

Mein Kind will nicht Zähne putzen – was hilft?

Am besten früh zur Gewohnheit machen – ab dem ersten Milchzahn. Zwei Zahnbürsten empfehlen sich: eine zum selbst putzen, eine zum Nachputzen durch die Eltern. Das Nachputzen durch Eltern ist bis Ende der zweiten Klasse nötig.

Welche Zahnpasta ist für Kinder richtig?

Bis 2 Jahre: reiskorngroße Menge (1.000 ppm Fluorid). Von 2 Jahren bis zum ersten bleibenden Zahn: erbsengroße Menge (1.000 ppm). Ab 6 Jahren: normale Erwachsenenzahnpasta (1.450 ppm).


Empfindliche Zähne

Empfindliche Zähne

Nach einem langen Spaziergang im Schnee freut man sich auf einen heißen Tee zuhause. Doch es gibt etwas, was einen an diesem Genuss hindert – die empfindlichen Zähne.

Empfindliche Zähne reagieren schneller und stärker auf Temperaturschwankungen und süße bzw. saure Lebensmittel als es normalerweise der Fall sein sollte. Dies liegt an der sogenannten Hypersensibilität des Dentins, also der verstärkten Empfindlichkeit des Zahnbeins.

Die Zahnkrone ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut: außen findet sich der Zahnschmelz, darunter befindet sich das Zahnbein und in der Tiefe den Zahnnerv.
Die Zahnwurzel ist von außen nach innen aus dem Wurzelzement, dem Zahnbein und dem Nerv aufgebaut.
Problematisch hierbei ist, dass keine Regeneration des Zahnschmelzes möglich ist und sich auf der Wurzel kein Zahnschmelz sondern lediglich der dünne Wurzelzement befindet. Der Zahnnerv kann sich in geringem Umfang selbst vor äußeren Reizen schützen, indem sogenanntes Tertiärdentin gebildet wird, eine Variante des Zahnbeins.

Wieso sind meine Zähne empfindlich?
Für die Empfindlichkeit der eigenen Zähne gibt es viele verschiedene Ursachen. Meist liegen freiliegende Zahnhälse bzw. keilförmige Defekte der Zahnhälse vor, hierbei ist der Zahnschmelz am Übergang von Zahn zu Zahnfleisch abgetragen und das Zahnbein liegt frei. Eine weitere Möglichkeit besteht in einer bestehenden Karies, wodurch der Zahnschmelz und das Zahnbein erweicht werden, Bakterien in die Tiefe wandern und Reize früher den Nerv erreichen. Auch eine vorausgegangene Bleaching-Behandlung, die Verwendung von Zahnpasten mit Whitening-Effekt oder die exzessive Nutzung harter Zahnbürsten direkt nach der Nahrungsaufnahme können zu einer Überempfindlichkeit führen. Empfindlichkeiten werden zudem durch ein länger bestehendes regelmäßiges Knirschen ausgelöst.

Was kann ich dagegen tun?
Ein Besuch in unserer Praxis in Bayreuth bringt Klarheit bezüglich der Ursache der Empfindlichkeit Ihrer Zähne. Sie können aber auch jetzt schon in die Selbstbeobachtung gehen und sich Linderung der Beschwerden verschaffen.

  • Freiliegende Zahnhälse/Zahnfleischrückgang: Die oben beschriebenen freiliegenden Zahnhälse entstehen einerseits durch eine falsche Putztechnik und andererseits durch einen Rückgang von Zahnfleisch und Kieferknochen. Achten Sie darauf, die Zähne nicht horizontal zu schrubben, sondern entweder vibrierende Bewegungen am Zahnfleisch durchzuführen und die Zahnbürste anschließend von Rot-nach-Weiß auszustreichen (vgl. modifizierte Basstechnik), oder kleine kreisende Bewegungen durchzuführen. Sind bei Ihnen bereits keilförmige Defekte entstanden, landet man beim Putzen schnell wieder in den entsprechenden Strukturen. Hierbei kann bei Bedarf durch eine Füllung der entsprechenden Defekte Abhilfe geschaffen werden. Das Zahnfleisch selbst geht einerseits durch eine ungeeignete Putztechnik und andererseits durch Erkrankungen des Zahnhalteapparats, wie eine Parodontitis, zurück.

 

  • Zahnpasta: Zusätzlich sollten Sie auf die Wahl einer geeigneten Zahnpasta achten. Hierbei werden von Medien und Werbung immer wieder aufhellende Zahnpasten propagiert. Gekennzeichnet sind diese häufig durch Aufschriften wie „Whitening-Effekt“. Sie versprechen kurzfristig hellere Zähne, führen aber bei Gebrauch durch den hohen Anteil grober Schleifkörper zu einem Ausdünnen der Schmelzschicht, einem stärkeren Durchscheinen des gelben Zahnbeins und einer stärkeren Empfindlichkeit. Greifen Sie daher lieber auf fluoridhaltige Zahnpasten ohne „Whitening-Effekt“ zurück und warten Sie nach der Nahrungsaufnahme oder dem Trinken gesüßter Getränke etwa 30 Minuten bevor Sie die Zähne reinigen. Neben der regelmäßigen Verwendung einer weichen Zahnbürste und geeigneter Zahnpasta, sollte auf eine tägliche Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürstchen geachtet werden, um einen Zahnfleischrückgang oder eine Karies zu verhindern.

 

  • Karies: Sofern Sie selbst schon ein Loch am Zahn bemerken oder ein Zahn teilweise deutlich dunkler erscheint als die Nachbarzähne, dürfen Sie gerne in unserer Praxis zeitnah einen Termin vereinbaren. Die Karies kann hierbei nicht nur zu einer Entzündung des Zahnnerven oder ein Brechen des Zahnes führen, sondern auch zu Überempfindlichkeiten. Sie sollte daher möglichst frühzeitig behandelt werden, um ein weiteres Fortschreiten und damit einen größeren Behandlungsaufwand zu vermeiden.

 

  • Säurebedingte Veränderungen: Sogenannte Erosionen entstehen durch das Einwirken von Säuren auf den Zahn. Dies tritt allerdings nicht nur beim Konsum saurer Lebensmittel wie Zitronen auf, sondern beispielsweise auch beim Konsum gesüßter Getränke und Schorlen. Insbesondere in Softdrinks – auch in der Light/Zero-Variante – sind Säuren wie Phosphorsäure beigesetzt, welche den Zahn bei jedem Kontakt angreifen und die Schmelzschicht anlösen. Hierdurch kann es einerseits zu Strukturänderungen, aber auch zu kariösen Läsionen kommen.

 

  • Knirschen und Pressen: Sowohl nachts als auch in stressigen Situationen am Tag kommt es zu einem Knirschen oder starken Pressen der Zähne, teilweise verbunden mit Kiefergelenksbeschwerden. In einigen Fällen wird dies auch selbst nicht bemerkt, sondern nur durch den entsprechenden Bettnachbarn beschrieben. Durch den hohen Druck und die reibende Bewegung der Zähne gegeneinander kommt es folglich zu einem langsamen Verlust der Schmelzschicht, sobald das weichere Zahnbein erreicht ist, schreitet dieser Prozess rasch fort. Hierbei kann eine Schienentherapie und ggf. eine physiotherapeutische oder psychosomatische Begleitung helfen, wir beraten Sie diesbezüglich gerne in unserer Praxis in Bayreuth und leiten flott die Entlastung des Kiefergelenks durch eine Schiene ein.

Empfindliche Zähne können den Alltag massiv beeinflussen, lassen Sie uns gemeinsam bei Ihrem Besuch in unserer Praxis in Bayreuth der Ursache auf den Grund gehen und Schritt-für-Schritt Abhilfe schaffen. Wir freuen uns, Sie bei uns begrüßen zu dürfen!


Dr. Pham, M.Sc. & Kollegen

Herzlich Willkommen in der Mundgesundheitspraxis und Fachpraxis für Oralchirurgie von Dr. Pham, M.Sc. & Kollegen im Zentrum von Bayreuth.

Wir sind eine Zahnarztpraxis für jedes Alter und bieten Spezialtermine für ganze Familien an.

Kontakt

Dr. Pham, M.Sc. & Kollegen

Carl-Burger-Str. 26
95445 Bayreuth

Tel: 0921 / 52575
E-Mail: info@zahnarzt-bt.de

Öffnungszeiten:
MoDo:  8:00-13:00 | 14:00-18:00
Fr:                 8:00-13:00

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